Nicht alles ist deine Baustelle
- Ruth Fischer

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 17 Stunden
Wie oft sagen wir „Ja“, obwohl wir eigentlich längst „Nein“ meinen?
Wir helfen noch schnell, übernehmen etwas, kümmern uns, hören zu. Und irgendwann merken wir: Für mich selbst ist gerade eigentlich gar nichts mehr übrig.
Warum fällt es uns manchmal so schwer, unsere eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen?
Ein Teil davon kann in unserer Kindheit liegen. Denn dort haben wir gelernt, wie Beziehung funktioniert. Vielleicht hast du früh gemerkt:
Wenn ich lieb und unkompliziert bin, gibt es weniger Ärger.
Oder: Ich muss mich kümmern, damit es Mama oder Papa gut geht.
Vielleicht war für deine eigenen Gefühle wenig Platz und du hast gelernt, sie eher wegzuschieben.
Aus solchen Erfahrungen können später ganz automatische Muster entstehen.
Du sagst „Kein Problem“, obwohl es für dich längst eines ist. Du fühlst dich schuldig, wenn du jemanden enttäuschst. Du versuchst, Streit zu vermeiden. Oder du hast das Gefühl, für die Stimmung und das Wohlbefinden anderer mitverantwortlich zu sein.
Und irgendwann merkst du: Ich kümmere mich um alle – aber wer kümmert sich eigentlich um mich?
Natürlich sind unsere Eltern nicht an allem schuld. Sie haben selbst ihre Geschichte und ihre Erfahrungen mitgebracht. Aber manches, was wir als Kinder gelernt haben, läuft später einfach weiter – auch wenn wir längst erwachsen sind.
Grenzen setzen heißt deshalb nicht, plötzlich egoistisch zu werden. Es heißt, einmal genauer hinzuschauen:
Was brauche ich eigentlich? Was möchte ich wirklich? Und was gehört vielleicht gar nicht zu meiner Verantwortung?
Du kannst mitfühlen, ohne das Problem des anderen zu deinem zu machen.
Du kannst helfen, ohne alles zu übernehmen.
Und du kannst jemanden lieben, ohne für seine Gefühle und Entscheidungen verantwortlich zu sein.
Vielleicht probierst du beim nächsten „Ja“ einfach einmal eine kleine Pause.
Frag dich: Will ich das wirklich. Oder habe ich gerade Angst davor, was passiert, wenn ich Nein sage?
Manchmal weiß dein Körper die Antwort längst.
Du musst nicht alle glücklich machen. Du musst nicht jedes Problem lösen. Und du musst dich schon gar nicht selbst verlassen, damit es anderen gut geht.
Ein Nein zu etwas kann ein ziemlich klares Ja zu dir selbst sein.
Wenn Du einen Sparringpartner brauchst, unterstütze ich Dich gerne im Rahmen eines energetischen Coachings oder einer Aufstellung. ❤

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