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Pakete zurückgeben: Eine Übung für mehr innere Freiheit

  • Autorenbild: Ruth Fischer
    Ruth Fischer
  • vor 14 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Wir übernehmen mehr, als wir glauben. In dieser Geschichte erkennst Du, dass wir manche Lasten wir ein Leben lang tragen, ohne zu merken, dass sie nie ganz unsere waren.

Mit einer kleinen Übung lernst du, alte Pakete bewusst zurückzugeben und wieder ein Stück leichter zu werden.

Eine Geschichte vorab:

Die Küche riecht nach frisch gebrühtem Kaffee, so wie früher. Das Fenster ist leicht beschlagen, draußen ein grauer, ganz gewöhnlicher Vormittag.

Die Mutter sitzt am Tisch, die Hände um die Tasse gelegt, als würde sie sich daran festhalten. Ihre Finger sind dünn geworden, die Bewegungen vorsichtig.

Die Tochter steht einen Moment lang in der Tür, mehrere kleine, in schlichtes Papier gewickelte Pakete im Arm. Nichts daran wirkt spektakulär — kein Geschenkband, kein Glanz. Nur saubere, ruhige Kanten.

„Ich hab dir was mitgebracht“, sagt sie leise.

Die Mutter lächelt müde. „Du weißt doch, ich brauch nichts mehr.“

„Doch“, antwortet die Tochter, tritt näher und legt das erste Paket vor sie auf den Tisch. „Das hier schon.“

Die Mutter schaut es an, als könnte sie durch das Papier hindurchsehen. Zögernd legt sie die Hand darauf.

„Was ist das?“

„Das, was du immer getragen hast“, sagt die Tochter. „Ohne es jemals abzulegen.“

Ein zweites Paket folgt. Dann ein drittes. Jedes wird mit einer gewissen Sorgfalt abgelegt, fast feierlich.

„Das hier…“, die Tochter deutet auf eines, „…ist die Angst, nie genug zu sein.“

Ein anderes: „Und das… die Verantwortung, die nie aufgehört hat.“

Die Mutter zieht die Stirn leicht kraus. „Kind, was redest du da…“

Doch ihre Stimme ist brüchiger geworden.

Die Tochter setzt sich ihr gegenüber. „Ich hab lange gebraucht, um zu verstehen, dass das nicht alles mir gehört. Und auch nicht dir.“

Stille breitet sich aus. Nur das leise Ticken der Uhr an der Wand.

„Du hast es von Oma bekommen“, fährt die Tochter fort, sanfter jetzt. „Und sie wahrscheinlich auch schon von ihrer Mutter. Immer weitergereicht. Ohne Worte. Einfach… übernommen.“

Die Mutter streicht langsam über eines der Pakete. Ihre Hand bleibt darauf liegen.

„Man hat halt getan, was man musste“, sagt sie schließlich.

„Ja“, sagt die Tochter. „Aber du musst es nicht mehr tragen.“

Ein vorsichtiges Aufatmen. Kaum hörbar.

Die Tochter schiebt die Pakete ein kleines Stück näher zu ihr. „Du darfst sie anschauen. Du darfst sie anerkennen. Aber du musst sie nicht behalten.“

Die Mutter hebt den Blick. In ihren Augen liegt etwas, das man nicht sofort benennen kann, vielleicht Traurigkeit, vielleicht Erleichterung.

„Und was machst du damit?“, fragt sie leise.

Die Tochter lächelt ein wenig. „Ich lasse sie hier. Damit sie endlich da sind, wo sie hingehören: gesehen.“

Ein langer Moment vergeht.

Dann, ganz langsam, zieht die Mutter eines der Pakete zu sich heran, dreht es in ihren Händen. Ihre Schultern sinken ein kleines Stück.

Und zum ersten Mal seit langer Zeit wirkt sie nicht kleiner — sondern leichter.





Generationenlast loslassen: Eine einfache Übung für zuhause


Such dir einen Moment, in dem du ungestört bist. Kein Handy, kein Zeitdruck. Vielleicht setzt du dich an einen Tisch – idealerweise mit etwas, das dich erdet: eine Tasse Tee, eine Kerze, ein vertrauter Ort.


1. Ankommen Setz dich hin, atme ein paar Mal bewusst ein und aus. Nichts Besonderes – einfach nur merken: Ich bin jetzt hier.


2. Die Pakete sichtbar machen Stell dir vor, vor dir auf dem Tisch liegen mehrere kleine Pakete.Du musst sie nicht sofort benennen. Lass sie nach und nach auftauchen.

Wenn du magst, kannst du sie auch real machen:

  • kleine Schachteln

  • gefaltete Zettel

  • Gegenstände, die etwas symbolisieren

Frag dich leise:

Was habe ich getragen, das eigentlich nicht nur mir gehört?

Typische „Pakete“ könnten sein:

  • das Gefühl, immer stark sein zu müssen

  • Schuld, die nie ganz erklärbar war

  • Verantwortung für das Wohl anderer

  • Angst, nicht genug zu sein


3. Jedes Paket anerkennen Nimm dir ein Paket (real oder in deiner Vorstellung) in die Hand.

Sag – laut oder in Gedanken:

„Ich sehe dich.“„Ich habe dich getragen.“

Spür kurz rein, ohne dich darin zu verlieren.


4. Die imaginäre Mutter (oder Vater) einladen Stell dir deine Mutter/Deinen Vater vor. So, wie sie für dich stimmig ist:

  • vielleicht so, wie sie/er heute ist

  • vielleicht jünger

  • vielleicht nur als Gefühl oder Präsenz


Setz sie/ihn dir gegenüber.

Wichtig: Es geht nicht um Vorwürfe. Nur ums Sehen.


5. Das Zurückgeben Reich ihr/ihm ein Paket.

Sag dabei innerlich oder leise:

„Das gehört zu dir.“„Ich lasse es bei dir.“„Ich muss es nicht mehr tragen.“

Du kannst auch ergänzen:

„Du hast es selbst getragen. Und vielleicht hast du es auch weitergegeben bekommen.“

Lass dir Zeit. Ein Paket nach dem anderen.


6. Die Reaktion zulassen Vielleicht reagiert deine imaginäre Mutter:

  • sie nimmt es an

  • sie schaut weg

  • sie wirkt überfordert

Alles ist okay. Du musst nichts „lösen“.


Der entscheidende Punkt ist:👉 Du gibst zurück, unabhängig davon, was sie damit macht.


7. Abschluss – zurück zu dir Wenn alle Pakete übergeben sind, schau auf deine Hände.

Spür:

  • Was ist jetzt anders?

  • Ist da ein bisschen mehr Raum?

Sag dir selbst:

„Ich darf leichter sein.“

Atme nochmal bewusst ein und aus.

Wenn du merkst, dass starke Emotionen hochkommen, mach die Übung kürzer oder pausiere. Das ist kein Wettlauf – eher ein Prozess, den man mehrmals machen kann.






 

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Pakete zurückgeben: Eine Übung für mehr innere Freiheit von Ruth Fischer

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